Was ist Autismus?

Autismus hat viele „Gesichter“. Diagnostisch gehören zu den Autismus-Spektrum-Störungen (ASS): frühkindlicher Autismus, Asperger-Syndrom und atypischer Autismus.
Autistische Menschen können unterschiedlich stark betroffen sein. Gemeinsam sind Auffälligkeiten in der sozialen Interaktion und der Kommunikation, eingeschränkte Aktivitäten und Interessen sowie stereotype Verhaltensweisen.
Aufgrund einer veränderten Verarbeitung im Gehirn gelingt es den Betroffenen nicht, Sinnesreize neurotypisch zu verarbeiten. Sie haben Probleme im Verständnis sozialer Zusammenhänge und empfinden die soziale Umwelt oft als beängstigend und chaotisch.
Autismus ist angeboren und nicht heilbar.
Therapeutische Maßnahmen unterstützen die Betroffenen, besser mit ihrer Umwelt in Kontakt zu treten, Auffälligkeiten in der Wahrnehmungsverarbeitung zu bearbeiten, Zusammenhänge zu verstehen und ihren individuellen Lebensweg selbstbestimmter zu gestalten. Die Lebenssituation der Betroffenen und ihrer Familien kann auf diese Weise deutlich verbessert werden.
Nach internationalen Untersuchungen sind etwa 0,8 Prozent der Bevölkerung von Autismus-Spektrum-Störungen betroffen. Von der Störung sind Jungen deutlich häufiger betroffen als Mädchen. Autismus-Spektrum-Störungen findet man in Familien aller sozialen Schichten. Ursache ist nach heutigen Erkenntnissen eine genetisch bedingte Hirnfunktionsstörung, die zu vielfältigen Besonderheiten in der Sprache und im Verhalten führt.



Wie kann sich Autismus zeigen?

Veränderung in ihrer Umwelt können Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung oft stark erregen und zu massiven Ängsten und Verunsicherungen führen.Autistische Kinder spielen kaum Rollenspiele und benutzen ihr Spielzeug häufig in immer gleicher, oft zweckentfremdeter Art und Weise. Sie entwickeln Zwänge und Stereotypien: z.B. Drehen und Kreiseln von Rädern u.a., Wedeln mit Fäden oder Papier.Kinder mit Asperger-Syndrom entwickeln häufig spezifische Sonderinteressen und beschäftigen sich z.B. beim Sonderinteresse „Zug“ mit Fahrplänen und technischen Details.Die Auffälligkeiten sind allerdings in ihrer Zusammensetzung und ihrem Ausprägungsgrad von Kind zu Kind unterschiedlich. Autistische Kinder haben häufig vom Säuglingsalter an Probleme beim Essen und Schlafen und entwickeln selbststimulierende Verhaltensweisen, die bis zur Selbstverletzung reichen können. Sie bestehen zwanghaft auf ganz bestimmte Ordnungen oder können ihre Eltern zur Verzweiflung bringen durch exzessives Sammeln bestimmter Gegenstände, durch ihre Weigerung, bestimmte Kleidung zu tragen oder Wiederholung immer derselben Verhaltensweisen.Die intellektuelle Begabung autistischer Kinder ist sehr unterschiedlich. Sie reicht von geistiger Behinderung bis hin zu normaler Intelligenz, wobei die Kinder häufig erstaunliche Teilleistungen im Rechnen, in technischen Disziplinen, in der Musik und auf anderen Gebieten zeigen. Etwa 40 % der Kinder mit frühkindlichem Autismus lernen nicht zu sprechen, hier müssen alternative Kommunikationsformen gefunden werden.




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